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Ich habe schon viel und ich habe schon lange mit Raucherinnen und Rauchern über die Absurdität des Rauchens diskutiert, teilweise gestritten. Manchmal bin ich sachlich geblieben, oft wurde ich persönlich und in den allermeisten Fällen habe ich eine gewisse moralische Anklage erhoben.
Vielleicht liegt es an falscher Selbstwahrnehmung, aber ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, dass ein Raucher eine solche Diskussion hoch erhobenen Hauptes verließ. Zumindest für 3-5 Minuten nicht. Dann hat er sich meistens doch wieder eine Zigarette abgezündet. Mit beschämendem Blick zu mir rüber geschaut und gesagt „Nächste Woche höre ich auf.“
Ja ja. Das sagen sie alle.
Gestern kam ich aber in den einmaligen Genuss von zwei Nichtraucherinnen das Rauchen erklärt zu bekommen und zum ersten Mal, verspürte ich eine gewisse Gelähmtheit. Meine Argumente waren keine spitzen Pfeile in die tiefe Raucherseele mehr. Sie schmettern ab. Als würden ich sie gegen eine Betonwand werfen.
Nicht nur das: Mir wurden neue Argumente entgegengebracht. Argumente, mit denen ich mich bisher nie konfrontiert sah. Sachliche wie emotionale. Das war fürchterlich.
Ich werde mich wohl für’s erste damit abfinden, dass Nichtraucherinnen die Welt der Raucher besser erklären können und dass ich meine gut sortierten Argumente, die ich blind aus den geistigen Schubladen zog, aufräumen muss. Im Schlimmsten fall, muss ein neuer Schrank her. Vielleicht reicht eine Kommode. Noch einmal würde mir das jedenfalls nicht passieren: Raucher fast verstehen zu können.

3 Antworten zu “Wenn Nichtraucher das Rauchen erklären.”

  1. Schlotty sagte:

    Ja aber was waren das für Argumente?
    Mein besten Überzeugungsargumente gegen Raucher sind:
    1.) Rauche nicht, sonst stirbst du, wenn deine Kinder noch nicht erwachsen sind.
    2.) Hör auf zu rauchen, kauf dir statt dessen lieber jeden Tag ein Eis.
    Meistens versetze ich die RaucherInnen damit zumindest ins Grübeln…

  2. schroeder brigitte sagte:

    ja schön ….. dann lass’ uns doch teilhaben an diesen gradiosen Argumenten!
    Kenne ja deine schlagkräftige Einstellung zum Rauen,was gibts denn da noch …. ich bin ja sogar intolerant genug, nicht mal die Erklärung zu akzeptieren, dass Rauchen einfach ein Genuss ist …
    Will meine Argumentierungsdefizite gerne ververollkommnen !

  3. hauptsachehauptstadt sagte:

    Ihr Lieben,
    seid mir nicht böse, aber mir würden die Finger erstarren, sollte ich nun tatsächlich die Argumente pro Rauchen niedertippen. Das würde so ziemlich allen meinen moralischen Vorstellungen widersprechen. Aber glaubt mir: Keine Argumente, die überzeugend sind, nur welche die schwer zu widerlegen sind.

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