Wusstet ihr, dass…
April 10, 2008
… die Mauer in der DDR als antifaschistischer Schutzwall bezeichnet wurde?
Diese Aufnahme habe ich am Mauerstreifen “East Side Gallery” gemacht. Die East Side Gallery ist der größte und bekannteste erhaltene Rest der Grenzanlagen der Berliner Mauer. Sie wurde am 28. September 1990 eröffnet und stellt mit einer Länge von 1316 m die längste dauerhafte Open-Air-Galerie der Welt dar.
Die East Side Gallery ist ein nach Öffnung der Mauer 1989 – im Frühjahr 1990 – von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemaltes Stück der Berliner Mauer in der Mühlenstraße zwischen dem Berliner Ostbahnhof und der Ostbaumbrücke entlang der Spree. Die Künstler kommentierten in 106 Gemälden auf der ehemaligen Ostseite der Mauer mit den unterschiedlichsten künstlerischen Mitteln die politischen Veränderungen der Jahre 1989/90.
Hier wird der CV der Mauer abgebildet, der die Chronik auf simpelste aber eindrucksvolle Weise zeigt: Jede dieser Zahlen bedeutet ein Jahr mit Mauer. Ein Jahr, in dem die DDR-Bürgerinnen und -Bürger von Westdeutschland abgeschnitten waren.
Ich möchte, dass ihr euch ein paar Minuten Zeit nehmt und euch klar werdet und bewusst macht, was das bedeutet: Eine Mauer durch ein Land, durch eine Stadt. Eine Mauer, die euch von Nachbarn, Freunden, Familien und dem Rest der Welt trennt.
Das ist jüngste deutsche Geschichte.


April 12, 2008 um 2:53 Uhr nachmittags
Naja fast. Sind ja jetzt auch schon 17 Jahre her…^^
April 12, 2008 um 2:53 Uhr nachmittags
… 19
April 12, 2008 um 8:17 Uhr nachmittags
Eine bedrückende Vorstellung. Doch leider haben die Menschen anscheinend aus dieser Erfahrung nichts gelernt:
So gibt es in Bagdad eine Mauer, die Sunniten von Schiiten trennen soll. Auch der Gaza-Streifen und das Westjordanland sind mit einer Grenzanlage, die z.T. die Berliner Mauer sogar in den Schatten stellt, in Richtung Israel hin abgeriegelt. Ebenso gibt es nun eine solche auch zwischen Ägypten und Gaza. Schließlich ist da noch der Zaun, der Nord- und Südzypern trennt. Aber es gibt noch jede Menge anderer Beispiele, welche noch aktuell sind oder auch schon Geschichte sind.
All diese Beispiele sind zwar sehr unterschiedlich. Jedoch haben sie etwas gemeinsam:
Sie alle sind der materialisierte Ausdruck der Mauern in den Köpfen der Menschen. Aus Vorurteilen, Angst und Hass sind Stacheldraht, Beton und Todesstreifen geworden.
Aber wir alle können versuchen mit dem Einreißen dieser Hürden zu beginnen, damit unsere Kinder nicht noch mehr Aufgaben zu erfüllen haben. Anders gesagt: Etwas Vorarbeit kann nicht schaden.