Meno male che Silvio c’è?
März 29, 2009
Wenn Silvio Berlusconis Forza Italia und die rechte (postfaschistische) Partei Alleanza Nazionale sich auflösen und fusionieren, wird daraus (mal wieder) die PDL.
Popolo della libertà: Das Volk der Freiheit wird nun regiert und regiert Italien.
Am heutigen Mittag im italienischen TV-Programm strahlt Berlusconi den italienischen Demokraten und Scheindemokraten auf 7 (von 9) Kanälen entgegen. Lediglich die Musikbranche (MTV und AllMusic) garantiert eine silviofreie Zone und erspart die lächerliche Feierlichkeit der beiden fusionierenden Parteien.
Dass die AN überhaupt eine Rolle spielt, ist theoretisch zwar geklärt, doch praktisch dreht sich wieder alles um den Medienmogul Berlusconi, der nun noch weniger Gegenwehr zu fürchten hat als die am Boden liegende Linke Italiens ihm förmlich verweigert.
Parteipräsident und Verteidigungsminister Ignazio La Russa (ehemalige AN) spricht nun von der Partei der Italiener. Wie vieler Italienerinnen und Italiener sich mit dieser pathetischen Bezeichnung identifizieren können, bleibt offen.
Love is a butterfly.
März 23, 2009
Europastadt.
März 22, 2009
Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Belgien.
Sitz der Institutionen der Flämischen, der Französischen Gemeinschaft Belgiens und von Flandern.
Hauptort der Hauptstadtregion Brüssel.
Hauptsitz der Europäischen Union.
Sitz der NATO.
Hauptsitz des ständiges Sekretariats der Benelux-Länder.
Sitz der Westeuropäischen Union und der EUROCONTROL.
Eine Weltstadt mit provinzdörflichem Charme…
… deren Identität genau deshalb schwer fassbar ist.
Eine gespaltene Stadt geprägt vom kulturellen Clash…
…der nicht nur sprachliche Basis und Auswirkung hat.
Eine Stadt, die Europa verkörpert…
… und dabei eine unendliche Baustelle zu sein scheint.
Eine Stadt der Diplomaten…
…und Marokkaner.
18 Stadtgebiete. 85% französich, 15% flämisch.
Offiziell 145.717 Einwohner, Agglomeration: 1.031.215 Menschen.
Das verwaltungsrechtliche Gebiet der Kommune umfasst 32 km², entspricht 3,5 % der Stadtfläche Berlins.
Der Stadtname bedeutet Wohnort im Sumpf.
Audrey Hepburn wurde nahe Brüssel geboren.
Der Stadtrat in Brüssel verlangt von Straßenmusikern eine amtliche Prüfung, die sie berechtigt, ihrem Broterwerb nachzugehen.
2. höchstes Bruttoinlandsprodukt in der EU.
Alle Autobahnen Belgiens sind nachts beleuchtet.
EU-Beamte haben pro Monat Anspruch auf die kostenlose Verschreibung von je sechs Viagra Pillen.
Partnerstädt: Berlin, Kiew, Madrid, Washington D.C., Peking, Moskau, Prag, Tirana.
Kristel fliegt unter Don Quijote.
Streitgespräche
März 17, 2009
Wer spricht, kann diskutieren
Wer diskutiert, kann streiten
Wer streitet, kann das gegen das Gegenüber tun
Oder aber er streitet gegen sich selbst
Und er ringt mit jedem Argument
Und will mehr sich als mich überzeugen
Ich diene als Instrument
Er schlachtet sie aus
Seine vermeintliche Überlegenheit
Drängt in die Ecke
Stellt Fangfragen
Und fürchtet selbst gefangen zu werden
Ich fühle mich heimlich überlegen
Längst spüre ich seinen verzweifelten Kampf
Er hat nicht Recht, sondern aufgegeben
Ideale verkauft und das Schlafen abgewöhnt
Um nicht mehr träumen zu können
Es gibt keine Alternativen sagt er
Weder zu Berlusconi, noch zu Nuklearenergie
Nicht zum Kapitalismus, nicht zum Egoismus
Nun schaut er in den Spiegel
Das Spiegelbild ist jung und weiblich
Und glaubt an Alternativen
An Ideale
Gute falsche Ideen
Seine Schlussfolgerung
Schlechte richtige Ideen?
Danke, nein.
I´ll lend you my ears but not for long
I´m not gonna tell you that you´re wrong
not gonna stop to turn away
just tell me your sorrows, show me your pain
but beware that for me it´s all the same
none of my business anyway
some call me diplomatic, but I know I´m antistatic
not gonna make a single move
no need to pay attention
this isn´t worth to mention, but there ain´t nothing I can do
I´m gonna run away
I´m gonna run away
just like everyday
like I always did in my life
give me a reason, give me a sign before I will leave it all behind
sing me a song I´d like to hear
I will not make it on my own
and if I get lost please bring me home
where I can softly dissapear
my life´s a prostitution
my love´s a big confusion and I won´t make it here with you
this life´s a broken highway and I never did it my way
but there ain´t nothing I can do
it´s neverending
I´ve always been so self-pretending
whatever I´ve been in
I´m gonna run away
I´m gonna run away
just like everyday
like I always did in my life
I´m gonna run away
keep on running away
just like everyday
just like I always did in my life I keep on running away
Dunst des Unwetters.
März 15, 2009
Frankfurt ist nicht schön. Ich weiß nicht einmal ob Frankfurt interessant ist.
Frankfurt ist kühl. Es riecht förmlich nach Geld, nach Business. Die Skyline dokumentiert den Wettstreit der größten Banken Deutschlands. Stolz ragen sie in den Himmel, längst jedoch verloren sie ihre Größe.
Die zarten Wolken lassen die Bankennamen nicht mehr erkennen und so scheinen sie doch alle gleich, namenlos, im Dunst des Unwetters.
Frankfurt ist männlich. Einzig Main und Mond scheinen kurvenhaft, natürlich.
Die Kirchtürme wirken fast befremdlich, längst konkurrieren sie nicht mehr mit den Banken- und Businesshäusern. Sie scheinen wie aus einer anderen Welt; lediglich einige U-Bahnstationen tragen ihre Namen.
Die Menschen in Frankfurt gehen zügig, zielstrebig, rastlos.
An der U-Bahnstation frage ich eine Dame, ob sie mir einen Zwanzigeuroschein wechseln kann. Sie scheint in Eile, nimmt dennoch ihr Portemonnaie aus der Tasche.
„Nein, tut mir leid, wie viel brauchen sie denn?“ Ich lehne ab, doch sie fragt erneut. 2,30 €. Sie gibt mir ein zwei-Euro- und ein 50cent Stück und wünscht mir einen schönen Tag.
Als ich am Gleis stehe, winke ich ihr nach. Sie winkt zurück und lächelt schüchtern.
Das verschweige ich lieber…
März 5, 2009
Die italienische Ignoranz gegenüber Datenschutz, zumindest jenem an der Universität (und Siena bietet hier keinen Einzelfall), kommentierte ich bereits vor einigen Wochen. Noch immer habe ich diesen Schock nicht ganz verkraftet.
Nach einigen Gesprächen und Auseinandersetzungen, nach weiteren Beobachtungen und Sensibilisierungen, glaube ich verstanden zu haben, warum die italienischen KommilitonInnen diese Umstände gar nicht oder nur geringfügig anklagen:
Ihr gesamter Alltag ist nicht gerade durch Diskretion gekennzeichnet.
Familienstreits werden der zugegebenermaßen beschränkten Busöffentlichkeit uneingeschränkt mitgeteilt und geschäftliche Details lassen sich am besten unter freiem Himmel und mit Duzenden Zuhören klären.
Die politische Richtung eines italienischen Mitbürgers ist so etwas wie die Farbe des Regenschirms: Kann und will nicht versteckt werden.
Genauso wenig wie Unterwäsche der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollte. Jede Wohnung präsentiert ein Sortiment an allem, was eben zu waschen ist vor der Fensterbank.
In den Internetpoints werde ich das Gefühl nicht los, dass die PCs bewusst so angeordnet wurden, dass ein gegenseitiges Bespitzeln gar nicht zu vermeiden ist. Denn selbst wer sich ganz fest vornimmt, dass das Letzte, das ihn interessiert, die youtube-Aufrufe einer pubertierenden Vierzehnjährigen sind, wird förmlich gezwungen zu erraten welche DailySoup die junge Dame gerade taub und blind für alles, was um sie herum passiert, macht.
Doch ihr wäre es genauso egal, wenn halb Siena hinter ihr stehen und ihre Chatkonversation mit einem pubertierenden fünfzehnjährigen Amerikaner live mitverfolgen würde.
Die wenigsten Discotheken- Restaurant- oder Bartoiletten lassen sich wirkungsvoll abschließen und so frage ich mich selbst beim Pinkeln ob ich nun komisch bin, weil ich gerne in Ruhe und verschlossen die Toilette nutzen würde, oder ob es doch die Italiener sind, die diese Form der Öffentlichkeit gelassen und unverschlossen hinnehmen.
Wenn ich italienischen Freunden erzähle, dass eine italienische Freundin das Passwort ihres Freundes bei Facebook geknackt hat und nun vollständig an seinem Leben teilnimmt, ohne dass er auch nur den Hauch einer Ahnung hat, dann heißt es meist: „Das hat meine Freundin auch mal gemacht“ oder „Das mache ich auch gerade.“ Nee, ehhh, ist klar, ich habe auch mal… eh… heimlich die SMS meines Exfreundes gelesen…
Dass ich danach wochenlang ein schlechtes Gewissen hatte und mir geschworen habe, es nie nie wieder zu tun, es bisher auch gehalten habe, dass diese Beziehung darunter wahnsinnig gelitten hat…
…das verschweige ich lieber. Ganz im Sinne der deutschen Diskretion.
Ich weiß nicht, ob die Deutschen mit ihrem Datenschutz-Privacy-Diskretions-Fimmel der Zeit voraus sind oder einfach zu peinlicher Eigenbrödlerei neigen, doch ich werde wohl auch in Zukunft in einigen Situationen das Brödeln nicht der „Anpassung“ zu Liebe aufgeben können…




































