Vor dem Friedhof.
April 29, 2009
Hafen.Idylle.Anzio.
April 26, 2009
…
April 25, 2009
Italia mertia di più.
April 20, 2009
Silvio Berlusconi ist italienischer Ministerpräsident und seit vielen Jahren das politische Gesicht Italiens. Gleichzeitig ist er der wahrscheinlich unbeliebteste Politiker Europas. Außer dem russischen Ex-Präsidenten kann kaum einer mit dem Italiener mithalten. Einige typisch italienische Eigenschaften kann man dem Sunny-Boy nicht abschreiten, doch vereint er in einer Person lediglich die negativen.
Berlusconi steht jeden Tag in den italienischen Zeitungen. Meistens mit Foto. Meistens sunnyboy-like mit charakteristischem Colgate-Grinsen. Auch in den Tagen nach der Erdbebenkatastrophe findet er noch einen Grund seine Unbeschwertheit zu demonstrieren. Der größte Teil der Zeitungen kommentiert zwar kritisch Berlusconis Fehltritte, doch scheinen sich die Italiener an diese Dauerkritik gewöhnt zu haben. Die Kontinuität und Stetigkeit legt sich wie ein Schleier über die Tagesnachrichten und so wird es immer schwieriger die Substanz zu erkennen. Viele, die ich frage, haben aufgegeben. Aufgegeben zu entschleiern, aufgegeben zu kritisieren, aufgegeben zu meinen, aufgegeben an eine Alternative zu glauben. Die Alternative hat es versucht und ist frühzeitig gescheitert. Damit hat Berlusconi gewonnen. Er gewinnt nicht, weil man an ihn glaubt, weil er Sensibilität oder Intelligenz, Sachlichkeit oder Begabung, Loyalität oder Bescheidenheit verkörpert. Er gewinnt, weil andere scheitern. Daran ist er beteiligt, nicht aber Alleinschuldiger.
Was er hat und vielen, auch deutschen Politikern fehlt, ist Authentizität. Er ist authentisch, wenn er unsensibel oder dumm, unsachlich oder ungeschickt, subjektiv und großspurig ist.
Er ist erfolgreich, zum Leidwesen der italienischen Demokratie.
Er bringt zum Lachen, unfreiwillig.
Er genießt Vertrauen, weil sie keine Wahl haben.
Er ist überall, grundlos.
Er sagt seine Meinung, ändert sie am Tag darauf.
Er ist gewählt, ohne Stimmen bekommen zu haben.
Silvio Berlusconi ist italienischer Ministerpräsident. Und auch wenn ich sein Verhalten, seine Politik und seine Ansichten noch so kritisch sehe, so ist er doch wenigstens ein Politiker, der spaltet, der in den Zeitungen steht und der provoziert. Genau diese Eigenschaften vermisse ich von mal zu mal bei der doch so loyalen, sachlichen, bescheidenen und intelligenten deutschen Kanzlerin.
Ein ganz normales Wochenende in Rom.
April 19, 2009
Die Senioren haben sich auf Pappkartons gesetzt; beobachten und kommentieren das Geschehen auf der Via Tirbutina.
Die Engländerinnen mit ihren Miniröcken und die Italienerinnen mit ihren Winterjacken halten sich gegenseitig für bescheuert.
In der Metro weint ein kleiner Hund in einem Käfig.
Die deutschen Touristen versuchen den Italienern auf deutsch zu erklären, dass man erste aussteigen lassen muss, bevor man einsteigt.
Italienische ältere Damen sind unerträglich und vollständig rücksichtslos mit ihren Regenschirmen.
Am Gleis 6 am Bahnhof spielen sich herzzerreißende Abschiede ab. Nach dem Schließen der Zugtüren taumeln die Zurückgelassenen orientierungslos und wie die Trance vom Gleis.
Die Regenschirmverkäufer sind wieder da. Ihrer Ansicht nach müsste jeder mindestens zwei ihrer Produkte haben.
Die Touristen treten der Reihe nach in die großen Pfützen, so konzentriert verfolgen sie die Informationen über die Kopfhörer.
Die Stadt ist voll von Verliebten.
Trastevere.
April 13, 2009
Ein anderes Rom.
April 10, 2009
hier: Am Colosseum und im Circus Maximus.
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Metro B. Mir sitzt die hübscheste junge Frau, die ich je gesehen habe gegenüber. Vielleicht kommt mir das aber auch nur so vor, weil neben ihr eine weniger schöne alte Dame mit Zahnlücke und fettigen Haaren sitzt.
Neben mir sitzt eine junge Mutter, neben ihr wiederum ihre ca. 4-jährige Tochter. Die Kleine ist blond und hat strahlend blaue Augen. Ganz und gar nicht italienisch sieht sie aus. Neugierig beobachtet sie mich. Ich beginne lautlos mit ihr zu albern. Die Alte gegenüber beobachtet das Schauspiel amüsiert. Das entblößt ihre Zahnlücke.
Ich male der Kleinen einige Gegenstände auf meinen Schmierzettel und ärgere mich zunächst ein wenig über meine magereren Malkünste. Fast sind sie mir vor diesem völlig fremden Kind peinlich. Die Kleine allerdings ist dankbar über meine Sonne, meinen Baum, meine Katze, mein Auto, meine Palme, meinen fast beängstigenden Smiley. Sie lacht erquickt, was immer ich male. Die Alte gegenüber lacht mit als würde sie meine bescheidenen Versuche sehen können. Die Kleine setzt sich derweil auf den Schoß ihrer Mutter und so habe ich die Möglichkeit zu fragen, ob sie selber mal malen möchte. Kurz bevor wir den Hauptbahnhof erreichen, nimmt sie den Stift – wie eine Erwachsene hält sie ihn- und beginnt einen Kreis zu zeichnen. Ihre Mutter bittet sie zunächst freundlich dann eindringlich aufzuhören, da sie aussteigen müssten. Das Mädchen aber will ihr Kunstwerk beenden. Traurig und enttäuscht lässt sie sich schließlich von ihrer Mutter den Stift aus der Hand reißen. „È un fiore!“ (Es ist eine Blume!) ruft sie während ihre Mama sie aus der Bahn zieht.
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Metro B. The most beautiful woman I have ever seen is sitting in front of me. Maybe in contradiction to the old lady with a missing tooth and greasy hair, who is sitting next to her, she appears even prettier.
Next to me sits a young mother, next to her the 4-year-old daughter. The girl is blond and has blue eyes. Not at all Italian. Curiously she is looking at me. Quietly I start to fool around with her. The old lady is observing the spectacle amused. The missing tooth is recognizable even more.
I draw some items on a paper and first I am angry with myself because of my very little drawing skills. I almost get embarrassed in front of a completely unknown child. The girl, however, is grateful for my sun, my tree, my cat, my car, my palm, my almost scary smiley. She laughs refreshed, whatever I paint. The old woman laughs as well as if she could see my modest drawings. The girl meanwhile is sitting on the lap of her mother and I have the opportunity to ask her whether she wants to draw too. Shortly before we reach the main station, she takes the pen – as an adult she holds it- and begins to draw a circle. Her mother asks her first kindly then insistently to stop because they have to get off. The girl wants her work to be completed. Sad and disappointed, she sees her mother snatching at the pen. „È un fiore,“ (It is a flower!) she calls while her mom is pulling her from the train.













































