Ja, weit weniger.
Februar 10, 2011
Womöglich habe ich inzwischen das Gefühl für die kleinen Momente verloren. Ein bisschen betäubt laufe ich durch die Welt. Von hier nach dort und wieder zurück. Ja, in der Regel immer wieder zurück. So stelle ich mir das bei Lola vor. Sie läuft durch die Welt und nimmt alles wahr und doch passiert nicht viel in ihrem Kopf. Wohl mehr als der Mensch annimmt, aber weit weniger, als… ja, weit weniger.
Nun denn, gestern saß ich mal wieder im Zug. Ich glaube je mehr Zug man fährt, desto mehr beginnt man die Bahn zu lieben, zu tolerieren und ihr so Allerlei zu verzeihen.
Gestern also sitzt da ein Rentnerpärchen auf zwei Vierern verteilt. Zwischen ihnen ihre ca. fünf jährige Enkeltochter, die einen Film auf einem kleinen Laptop schaut. Plötzlich springt die Kleine auf und setzt sich neben ihren Opa, zieht ihm seine Lektüre aus der Hand und beginnt ihren Opa zu fragen, was da zu sehen sei. “Lauter nackte Weiber”, antwortet er und als ich den entfernten Blick in das Heftchen werfe, sehe ich sie auch, die nackten Weiber. Der Playboy ist daneben Kinderlektüre. In dem Heftchen des Rentners geben sich viele Frauen ihren vielen “Leidenschaften” hin und die Kleine blättert munter Seite für Seite durch. Gerade denke ich, dass sie wahrscheinlich gar nicht versteht, was sie da sieht, da kommt der Schaffner den Gang entlang. In diesem Moment passiert etwas Unerwartetes: Das Mädchen dreht das Heft um, um es vor den neugierigen Blicken des Schaffners zu schützen oder seinen Opa vor der Scham, die er selber nicht empfindet. Inzwischen hatte nämlich das halbe Abteil mitbekommen, dass die nackten Weiber alle FKK machen und großen Spaß dabei haben.
Mmh kuriose Geschichte, in einer komischen Welt
Hmmm… wirklich sehr ungewöhnlich, was du da wieder mal beobachtet hast. Und was sagte die Renter-Gattin zu dem ganzen Treiben?