Ein Szenario. Dem Herbst gewidmet. Und für das Verlorene.
Oktober 28, 2009
Am Morgen hatte es den ersten Frost des Herbstes gegeben. Doch seit den späten Morgenstunden sind die letzten Tropfen abgeperlt. Die Frauen tragen schwarze Netzstrümpfe und graumelierte Hüte. Sie sehen aus wie unnahbare Schauspielerinnen aus den 40er Jahren. Die Männer zogen zum ersten Mal in diesem Jahr schwarze Lederhandschuhe an. Und die weinroten Herbstblätter des Ahorns auf den Wegen, auf den Bänken rund um die Wiese und in der Luft darüber sind Beweise der Vergänglichkeit.
„Denn die 1000 Vögel blieben nur den Sommer. Tut mir Leid. Doch ich muss jetzt gehen. Tut mir Leid. Doch mein Herz kann sie nicht mehr sehen.“
Pohlmann hat das geschrieben. Als könnten Herzen Vögel sehen…
Weiße und rote Rosen zwischen den schwarzen Mänteln. Doch ein Rosenregen ist ausgeblieben. Die Rosenblätter auf der Wiese und die Kälte… das wäre ein kurzes Vergnügen geworden. Das ockerfarbene Schloss bewacht das Schauspiel kurfürstlich. Ob Kurfürsten diesen Anblick gemocht hätten? Heute sind keine Touristen gekommen. Es liegt zu viel Schwermut in der Luft. Das mögen sie nicht und zum Fotografieren ist es sowieso ungeeignet. Und doch… die schwarzen Netzstrümpfe machen den Anblick so schmerzlich schön. Die Gedenktafel glänzt bronzefarben. Schon der erste Winter wird Spuren hinterlassen und das Denkmal ehrfürchtiger erscheinen lassen. Noch scheint es golden in der bitterkalten spätherbstlichen Sonne…
Und die Tränen, die nicht vergossen werden, verweilen als heilendes Gift in den Adern.
Aber sie wollen doch Fröhliches lesen. Alles nicht schlimm. Alles nicht so schlimm. Die Vögel werden schon wieder kommen. Vielleicht erst im nächsten Sommer. Aber der kommt bestimmt. Darauf war doch bisher immer Verlass. Und all die Lieben, die dieser Herbst gekostet hat, sie werden wohl nicht zurückkommen. Aber Lieben gibt es noch genug. Und die Zeit heilt alle Wunden. Doch heilt sie die Verwundeten?
[...]
Did you say ‘no, this can’t happen to me,’
And did you rush to the phone to call
Was there a voice unkind in the back of your mind
Saying maybe you didn’t know him at all
You didn’t know him at all, oh, you didn’t know
[...]
She’s back. Purple Energy! Purple Power! Purple Cha!
Oktober 20, 2009
My Favourits. One. Bildergeschichten.
September 23, 2009
Römische Puppensymbolik.
Der kleine alternative Markt im römischen Viertel Pigneto hat einen besonderen Charme an diesem Frühlingstag. Die Kleider sind selbst genäht oder eigens getragen. Die Taschen aus Schallplatten und die Ohrringe aus Tastaturteilen. Und mittendrin dann diese Komposition der beiden Mädchen: Die große freizügige Westliche und die kleine verschlossene aus einem anderen Land. Und in all ihrer Absurdität wirken sie friedlich zusammen als wüssten sie nicht um ihre Symbolik.
Der junge Beobachter des Mädchenspiels.
In Aquas Calientes, nicht weit vom Machu Picchu entfernt, entdecke ich diese Kinder beim Abendspiel. Sie lassen sich in ihren Rollen nicht von mir stören und ich halte den Augenblick fest.
Das Mädchen. Irgendwo zwischen Bolivien und Peru.
Auf einer gewöhnlichen Bustour irgendwo zwischen Peru und Bolivien. Am Straßenrand stehen Alpakas, die Luft ist dünn, die Augen fallen zu. Beim stillen Erwachen dann dieses Mädchen mit den Fingerpuppen am Straßenrand. So verloren und doch heimisch.
Ein Prager Moment.
Im Prager Zentrum, dort wo unsere Busagentur ihre Touri-Fahrten startet, befindet sich eine kleine Einkaufspassage. Mondän wirkt sie auf den ersten Blick, doch die Ladeneigentümer haben die Läden längst verlassen. Dieser Kunsthändler am Eingang auf der linken Seite ist der letzte verbliebene. Totenstille im Foyer. Und als ich wieder umdrehe, sehe ich die beiden.
Das Drachenspiel.
Am Strand von Lido ist der Blick in den leicht bewölkten Himmel der schönste, denn der Strand ist ein weniger erheiternder Anblick. Und dann diese fliegenden Farben. Kennt ihr das Geräusch, das flatternde Drachen im Wind machen? Friedlich ist es.
Traurige Gelassenheit.
Ich weiß nicht mehr wieviele Runden schon neu gestartet waren. Wie oft er hätte aufspringen können. Er sitzt da wie eingefroren, im weihnachtlichen Outletcenter bei Siena. Nach 15 Minuten steht er auf, nimmt diese Tasche hinter ihm und geht.
Zusammenstoß der Kulturen.
Vom Turm des Prager Rathauses beobachte ich dieses Spektakel. Tausende Touristen sind an diesem Samstag Morgen auf dem Platz. Und dann dieser von 1000 Momenten da unten. Wie durch ein Wunder berühren sie sich nur flüchtig.
An diesem Novembertag in Siena.
Noch lange haben wir draußen gesessen. Der Herbst in der Toskana ist magisch. Doch an diesem Tag im November kam der Nebel und die Sonne zeigte uns die Ankunft des Winters deutlicher als wir es wahrhaben wollten.
Zwischen Utopie und Authentizität: Mein Portrait über die 23-jährigen Vollzeitaktivistin Hanna Poddig.
September 16, 2009
Zwischen Vision und Alltäglichkeit.
Hanna Poddigs Händedruck ist zart. Sie geht barfuß, trägt einen bunten Rock und ein schwarzes T-Shirt. Mit ihren 23 Jahren gehört sie in eine Altersgruppe, die man in Dänemark die „Latte-Macchiato-Generation“ nennt. Nicht Milch, nicht Kaffee. Täglich wechselnde Geschmacksrichtung. Eine Generation, die Opportunismus über Charakter stellt, Konfrontationen scheut und sich hinter dem Schutz der Apathie versteckt, anstatt Flagge zu zeigen. Hanna Poddig ist anders: Die Vollzeit-Aktivistin engagiert sich dort, wo andere längst nicht mehr zu sehen sind.
[...]
Weiterlesen hier:
http://www.fluter.de/de/82/lesen/7953/?tpl=162
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Glückssekunden.
August 24, 2009
Wenn es nicht so absehbar gewesen wäre.
Einmal sollte reichen. Angefixt.
~
„Du bist so ein Player“
sagt M. am Telefon zu mir.
~
Ich gebe mich anstandslos hin
diesem Sekundenglück, diesen Glückssekunden.
~
Ich hatte zu M. gesagt
ich freue mich ihn zu hören.
~
Allein dieses zarte Geräusch
auf dem Holz weiß auf schwarz.
~
Love’s not a competition but I’m winning
at least I thought so.
~
Dieses so kalkulierbare Risiko
gefährlich magisch.
~
Dann diese Plastikchips
wenn sie leise auf das Grün fallen.
~
Kennst du das? Spektakulär.
Mein Artikel über den Spiegelkrisenkindstatus.
August 15, 2009
Und dann das Grab mit den Geranien
Juni 27, 2009
Die Windräder in den Wäldern passen nicht
Hier wo es schwer ist Silbermond zu verstehen
Hier wo vieles so sicher scheint
Hier wo die Kinder jeden Mann über 40 Onkel nennen
~
Das Haus ist nicht wieder zu erkennen
Neue Farbe, neuer Wintergarten
Innen sieht es aus wie in meinen Kindheitserinnerungen
Der Geruch, die künstlichen fleißigen Lieschen, der gelbe Brummbär
~
Das Cafè im Dorf
Der Cappuchino neu auf der Karte
~
Die Welt angehalten.
Johannesbeersträucher und Walnussbäume.
Und die Kinder rufen Tatü-Tata auf ihren Bobby-cars
~
Er erzählt aus seiner Jugendzeit
~
Und dann das Grab mit den Geranien
Er kennt viele Gräber und deren Namen
Das seiner Eltern sucht er ein wenig
~
Ich lasse die Sonnenbrille auf
~
1904-1992
1901-1983
Willi ist nicht hier
1929-1953
Autounfall. Winter.
4 junge Männer
Willi saß am Steuer.
Lieschen sagte ihre einjährige Tochter wäre Willis Kind.
Oma glaubte das nie. Opa sagte Wer A sagt muss auch B sagen
PARTICIPATE! Please.
Juni 6, 2009
In God’s Hands.
Juni 3, 2009
Mein geöffnetes Herz
Und die flüchtigen Berührungen
Wie schön
Diese wie-Sätze
Von Luisa
~
Sie hatte vorenthalten
Und so aneinander gebunden
Denn die Liebe zu ihr
Würde uns ja doch zusammenführen
~
Ein verpasster Zug
Drei Punkte
Eine verschlafene Zugfahrt
~
Jetzt bin ich hier oben
Sie sind unten
Bob Marley, ach Bob Marley
Ich bin fremd
Verstehe sie
Und doch sind sie so unverständlich
~
Und er ist so cool
Und das ist die Hauptsache
Und ich fürchte mich
Und das ist die Nebensache
~
Der Grill riecht nach Deutschland
Ich sehne mich
Nach zurück oder weiter
Zurück, wo ich geliebt werde
Weiter wo mir verziehen wird
Vielleicht lieber zurück
Zu viel zu verzeihen
~
Das Foto mit ihr
Auf der Kommode
verstaubt wie eure Liebe
und doch so stark
~
Und all die Marien
Und die Lieder die du singst
Und meine Sprache fehlt mir
Und meine vollgepackten Koffer
Damit ich nichts zurück lasse
Außer meinem Wunsch
~
Dass… ja das weiß ich noch nicht
Aber einen Wunsch lasse ich gewiss zurück
~
Ein letztes mal noch darfst du
Mich ignorieren und benutzen
Und Berühren
Wie du es immer tust
Doch dann wirst du mich gehen lassen
~
Und den Abschied wirst du nicht verstehen
Sorge dich nicht, keine Schuld auf dir
Dieses Mal nicht
~
Und noch nachts öffne ich die Schublade
Damit ich am nächsten Morgen nicht vergesse
Dass ich gehen werde.
Und am Ende
Jack’s Gaffe, der dessen Wahrhaftigkeit nicht ahnt.













