Auflösung Bilder-Rätsel.
April 28, 2008
“Schaufenster”-Blicke.
April 27, 2008
Durch die Glasscheibe kann ich in den Raum schauen. Meinen Raum. Es spiegelt und ich halte die Hände um meine Augen um besser erkennen zu können.
Es gibt jetzt einen großen Fernseher. Dort wo früher die “Jungs-Ecke” war. Ein großer Teppich lag da damals, der mit einem Straßennetz bedruckt war, so dass die Jungs mit den Spielautos und -traktoren die “Straßen abfahren” konnten. Die Autos waren uralt, bei manchen rollten die Räder nicht einmal, bei vielen waren die Seitenspiegel abgebrochen und beim Rest konnte man die ursprüngliche “Lackierung” gar nicht mehr erkennen. Aber sie taten, wozu sie gemacht waren. Sie beschäftigten, die erzählten Geschichten oder ließen welche erzählen.
In der Mitte stand ein großer runder Tisch, an dem wir alle gemeinsam frühstückten und malten oder spielten. Kleine Stühle standen drum herum. Heute stehen da Einzeltische. Gleichmäßig angeordnet mit jeweils zwei Stühlen. Es sieht aus wie in der Schule. Die Tische und Stühle sind auf den Fernseher ausgerichtet. Da die neue Tischanordnung viel mehr Platz benötigt, gibt es keine Puppenecke mehr. Die Puppen waren damals in ungefähr demselben Zustand wie die Autos. Wir hatten alle unsere Lieblingspuppe. Selten gab es Streit. Liebevoll gaben wir ihnen Namen. Das führte sicherlich zu regelmäßigen Identitätskrisen bei den Puppen.
An der Wand hing ein “Putzplan”: Jeder hatte ein Zeichen. Ich war ein Tannenbaum. Eigentlich ein doofes Zeichen. Aber ich liebte es. Ein Kind war für die Teller, eins für die Tassen, eins für das Besteck zuständig. Jetzt sehe ich keinen Putzplan mehr. Die Wände sind kahl, ein paar Schattenbilder sind zu sehen. Das sieht komisch aus so in einer Reihe. Es erinnert an die meist gesuchten Straftäter im Profil. Das Regal mit den Büchern und Spielen ist auch nicht mehr da und die Kuscheltiere und das orange Sofa auch nicht. Zum ersten Mal nehme ich bewusst den sterilen Boden wahr. Ob der früher auch so war, weiß ich nicht. Dafür gab`s im Raum zu viel zu entdecken, zu erleben.
Es macht mir Angst das zu sehen. Weil ich nicht weiß, ob die Blicke eines Kindes, das ich damals war, so verschieden sein können von jenen, die heute erschrocken den Raum streiften, in dem ich einen Großteil meiner frühen Kindheit verbrachte.
Oder ob sich in nicht einmal 20 Jahren so viel ändern konnte, ändern durfte?
Ich halte die Hände nicht mehr um meine Augen. Ich will nicht mehr erkennen können. In der Scheibe spiegelt sich die alte große Eiche. Sie steht so da wie damals. Vor 20 Jahren.
Zitate zum Thema.
April 26, 2008
“Irrtümer entspringen nicht allein daher, weil man gewisse Dinge nicht weiß, sondern weil man sich zu urteilen unternimmt, obgleich man doch nicht alles weiß, was dazu erfordert wird.”
Immanuel Kant
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“Wenn weise Männer nicht irrten, müßten die Narren verzweifeln.”
Johann Wolfgang von Goethe
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“Politiker werden nach ihrer Standfestigkeit beurteilt, leider beharren sie deshalb auf ihren Irrtümern.”
Oscar Wilde
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“Liebe die Wahrheit, doch verzeihe den Irrtum.”
Voltaire
Große Menschen*. Große Worte. Große Irrtümer.
April 24, 2008
“Ja, ich bin überzeugt, daß er das ist.” Gerd Schröder auf die Frage von Reinhold Beckmann, ob Putin ein lupenreiner Demokrat sei. (Nov. 2004)
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„Und ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass wir in den nächsten drei bis vier Jahren in den neuen Bundesländern blühende Landschaften gestalten werden…“ Helmut Kohl (1990)
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“Studiengebühren tragen zur Verbesserung der Lehre bei. [...] Diese Geld-zurück-Garantie für Studenten ist unser klares Ziel.” Andreas Pinkwart, Wissenschaftsminister NRW (2005)
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“Schwerer als Luft? Flugmaschinen sind unmöglich.” Lord Kelvin, Präsident der Royal Society, (1895)
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“Das Telefon hat zu viele ernsthaft zu bedenkende Mängel für ein Kommunikationmittel. Das Gerät ist von Natur aus von keinem Wert für uns.” Western Union (1876)
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“Alles, das erfunden werden kann, ist erfunden worden.” C. H. Duell, Beauftragter des US-Patentamts (1899)
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“Ich denke, es gibt weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer.” Thomas Watson, Vorsitzender von IBM (1943)
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“Der deutsche Fußball wird auf Jahre hinaus unschlagbar sein.” Beckenbauer (1990)
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“Denn eins ist sicher: die Rente.” Norbert Blüm (1986)
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“Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.” Walter Ulbricht (1961)
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“Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.” Bibel, Genisis 1
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P.S. Wo wir schon bei Irrtümern sind: Erkennt jemand, was auf dem Foto (oben) zu sehen ist?
* Fällt euch etwas auf? Der Eintrag hätte auch “Große Männer…” heißen können.
Frühling in Bonn.
April 24, 2008
Auflösung. Rätsel.
April 23, 2008
“Sehnsucht ist die größte Kraft der Welt. Der weiche Löwenzahnkopf, der aus purer Sehnsucht den Asphalt sprengt! Der Hund, der ohne auszuruhen, tausend Kilometer rennt, um seinen Herrn zu finden! Der Komet, der nach beinahe achtzig Jahren wieder kehrt!”
“Die Sehnsucht ist jene Extrafarbe, die den anderen Farben ihre Leuchtkraft verleiht.”
Peter Pohl
“In den Augen aller Menschen wohnt eine unstillbare Sehnsucht. In den Pupillen aller Klassen, in den Blicken der Jungen und der Alten, der Mütter und liebenden Frauen, in den Augen der Polizisten und der Angestellten, des Abenteurers und des Mörders, des Revolutionäres und des Diktators und in denen des Heiligen:
in allen wohnt der gleiche Funke unstillbaren Verlangens, das gleiche heimliche Feuer, der gleiche Abgrund, der gleiche unendliche Durst nach Glück und Freude und Liebe und geliebt werden.”
Ernesto Cardenal
Mal wieder ein Rätsel. Was ist “sie”?
April 21, 2008
Nachdem ihr, meine aufrichtigen Blog-Leserinnnen und -Leser, das letzte Rätsel erfolgreich gelöst habt, könnt ihr eure Kreativität ein weiteres Mal “unter Beweis stellen”. Wovon spreche ich?
Sie gehört unweigerlich zur Liebe. Doch noch weniger als die Liebe lässt sie sich in Schranken weisen. Sie ist schön und schrecklich zugleich. Sie breitet sich in dir aus, hält dich fest und geht und kommt wann sie will. Sie kann dich zerreißen. Sie kann dich beflügeln. Sie treibt dich an Dinge zu tun, die du nie für möglich gehalten hättest. Nicht selten wird sie als die größte Kraft der Welt bezeichnet. Nach dem Philosophen Ernst Bloch ist sie sogar „die ehrlichste Eigenschaft des Menschen.“ Denn sie ist nicht nur Ausdruck der Liebe, sondern des menschlichen Sein.
Gedanken von Jim Morrison:
“Ein Mann hackt Blätter, eine Menge, in seinem Hof zu einem Haufen, stützt sich auf seinen Rechen und verbrennt sie vollkommen. Der Duft erfüllt den Wald. Kinder bleiben stehen und bemerken den Geruch, der in ein paar Jahren … sein wird!”
Über Freundschaft…
April 20, 2008
… und dann philosophieren wir über Freundschaft und ich höre ein Lied und ich denke daran.
“Deine Schmerzen sind auch meine…”
Wenn das Volk begehrt…
April 20, 2008
Es klingt verlockend. Es klingt demokratisch: Die Bürger bestimmen durch Volksentscheid oder –begehren selber. Sie dürfen über Sachfragen entscheiden: Die direkte Form der Selbstbestimmung und der Demokratie. Und so hätte Berlin zu einem Vorbild in dieser schönen Welt werden und gleichzeitig die Politikverdrossenheit mit dem Brecheisen zerschmettern können.
Was Berlin aber zeigt: Ein Volksbegehren wird weder Tempelhof noch die Demokratie retten.
Bereits 1996 entschied der Senat mit großer Koalition, dass der Berliner City-Flughafen geschlossen wird und hält eisern daran fest. Zumindest die Mehrheit aus SPD, Linke und Grüne. Bürgermeister Klaus Wowereit hält sogar so eisern fest, dass er ankündigte den Flughafen zu schließen - Komme was wolle.
Nun kommt das Volksbegehren und die Hauptstadt ist vollgekleistert mit Plakaten, die mindestens so geschmacklos wie unnötig sind. Denn juristisch gesehen, muss der Senat die Entscheidung nicht einmal umsetzen.
Und selbst wenn er gebunden wäre, scheint der Wille der Volkes bei Sachfragen doch weit weniger von sachlichen Argumenten als von Stimmungen, Befindlichkeiten oder Eigennutz geprägt. Oder sollte man vom Durchschnitts-Berliner erwarten, dass er sich etliche Studien, die Historie, die Ökologie und Ökonomie des Flughafens zu Gemüte führt. Wohl kaum.
Mit der Wahl des Senats konnte der Wähler seine Position formulieren, schließlich war genau diese von allen Parteien doch klar. Die Notbremse während der Legislaturperiode soll jetzt der Flughafen erhalten. Doch ein Viertel der Wahlberechtigen müssen in zwei Wochen mit „Ja“ stimmen, um Tempelhof zu retten. Eine Hürde, die zeigen wird, wie viel oder wenig das Volk überhaupt begehren möchte. Denn die Absurdität der direkten Demokratie zeigt sich, wenn man das Volk zu einer Sachentscheidung zwingt.
Die Verfassung tut also gut daran, das Volk mit Abstimmungen weitgehend zu verschonen: Zumindest bei bundes-politischen Fragen.
Es zeigt sich nämlich: Wenn das Volk begehrt, hat es entweder keine Chance oder keine Ahnung.
(Ein nicht ganz ernst gemeinter Kommentar zum Thema “Volksbegehren in Berlin”)














